You are here

Verunreinigungen

Schmutz

Eine Hauptursache für Motor- oder Maschinenausfälle ist Verunreinigung durch Schmutz. Schmutz wirkt auf fast allen metallischen Oberflächen abrasiv und kann so zu ernsthaften Schäden führen. Die Anwesenheit von Schmutz kann häufig schon bei der visuellen Beurteilung der Gebrauchtölprobe festgestellt werden oder auch bei der spektroskopische Analyse (ICP-OES).

Die Art des Schmutzes hängt nicht nur vom Material, mit dem gearbeitet wurde, sondern auch von den Betriebs- und Umgebungsbedingungen ab. In der Regel ist der Schmutz auf eine Silizium-Verbindung zurückzuführen, wie z.B. Sand. Off-Highway Anwendungen wie Baumaschinen oder –fahrzeugen sind im Allgemeinen in Kontakt mit Silikat-Schmutz oder Splitt von Straßen und Beton. Bei bestimmten Bedingungen können aber auch Titandioxid, Kalk oder Kohle die Hauptschmutzkomponente sein, während Schiffe Verunreinigungen durch Frachtgut, Sand oder Salz aufweisen.

Bei der Beurteilung der Analyse sind diese Betriebsbedingungen zu berücksichtigen. Daher greifen unsere Diagnose-Ingenieure bei der Interpretation der Ergebnisse auf die Analyse von mehr als 20 Elementen zurück, die die meisten Möglichkeiten berücksichtigen.

So weist beispielsweise ein Verhältnis von 3:1 von Silizium und Aluminium im Analysenbericht auf Umweltschmutz hin.

Kraftstoff

Verdünnung durch Kraftstoffeintrag kann durch mehrere Methoden bestimmt werden, wie z.B. Messung der Viskosität, FT IR (Fourier Transform Infrarot-Spektroskopie), Flammpunktbestimmung, olfaktorisch oder durch Gaschromatographie. Diese unterschiedlichen Tests sind notwendig, um Rückschlüsse auf fehlerhafte Einspritzsysteme oder Leckagen in den Zuleitungen schließen zu können. Ein hoher Kraftstoffeintrag kann zu einer unzureichenden Schmierung führen und so Verschleiß oder gar Ausfall der Maschine verursachen.

  • Vorsicht – mehr als 2 % Kraftstoffeintrag
  • Problem – mehr als 4,5 % Kraftstoffeintrag

Wasser

Wasser als Verunreinigung kann in jedem Schmiersystem gefunden werden. Es kann schnell die Schmierstoffeigenschaften verändern und Verschleiß an den Aggregaten verstärken.

Wasser kann bereits durch falsche Probennahme oder Lagerung des Schmierstoffes eingeführt werden. Weiterhin kann es aus Luftfeuchtigkeit, See- oder Regenwasser stammen und durch undichte Dichtungen oder Entlüfter ohne Trocknungssysteme in die Maschinen gelangen. Wasser ist häufig auch ein Problem bei Maschinen, die über ein Kühlmittelkreislauf temperiert werden.

Wasser kann bereits durch den einfachen Spratz-Test entdeckt werden. In der Tat ist der Spratz-Test eine sehr zuverlässige, qualitative Bestimmungsmethode. Ein einfacher Öltropfen auf eine 100°C heiße Platte beginnt bei der Gegenwart von Wasser sofort zu knistern (etwa wie Kartoffelstücke in die Friteuse).

Wenn kein Knistern zu hören ist, bedeutet es, dass weniger als 500 ppm Wasser vorhanden sind. Allerdings bedeutet es nicht, dass es keine Leckage im Kühlsystem gab, da Wasser aus dem heißen Öl verdampft sein kann.

Wenn Wasser vorhanden ist, so kann die Konzentration mit verschiedenen Untersuchungsmethoden gemessen werden. In größeren Turbinen ist es notwendig, den Wassergehalt mit der größten Genauigkeit in ppm zu bestimmen.

Glykol

Glykol ist einer der schlimmsten Feinde der Schmiermittel. Als Bestandteil der meisten Kühlerfrostschutzmittel dringt es in den Motor auf einem ähnlichen Weg wie Wasser ein. Wenn es mit Öl bei Betriebsbedingungen gemischt wird, kann sich das Glykol/Öl-Gemisch chemisch verändern und hoch-korrosiven Schlammrückstände bilden.

Die rasche Rückstandsbildung führt zu einem sehr starken Viskositätsanstieg (Verdickung) verbunden mit einer Beeinträchtigung der Fließeigenschaften, Verstopfen der verschiedenen Maschinenbestandteile und einem Ausbleiben der Schmierung. Der daraus folgende Verschleiß kann manchmal zu wahren Katastrophen führen.

Wenn diese Rückstände längere Zeit im System vorhanden sind, können sie sich an den bewegenden Teilen festsetzen und den Schmierstoff von diesen völlig verdrängen, so dass im Extremfall diese Teile reißen.

Ist eine Leckage im Kühlwassersystem die Ursache für eine Verunreinigung durch Wasser, so ist wahrscheinlich auch Glykol vorhanden.

Glykol kann entweder durch FT-IR (Fourier Transform Infrarotspektroskopie) oder durch Gaschromatographie bestimmt werden.